Vorträge

Auftaktvorträge: Der Mythos rechts-freier Raum Universität. Rechte Erscheinungsformen unter Studierenden und in der Wissenschaft im Wandel der Zeit

Teil 1: Rechter Geist zur rechten Zeit? Autoritäres Engagement Studierender seit der Weimarer Republik
Mi., 10. Mai 2017, 18.30 Uhr, Café KoZ, Studierendenhaus Bockenheim

Das Bild einer liberalen, weltoffenen Studierendenschaft ist gängig. In Folge werden rechte Tendenzen innerhalb der Universitäten oft reduziert auf Gruppierungen wie Burschenschaften oder die aktuell sich formierenden AfD-Hochschulgruppen. Wenig Beachtung findet bis heute die historische Kontinuität autoritären Engagements Studierender. Obgleich das innovative Potential der Studierendenschaft schon in der Weimarer Republik dem faschistischen Zeitgeist vorauseilte: 1924 forderte der Frankfurter AStA einen Numerus Clausus speziell und allein für jüdische Studierende. Keine zehn Jahre später loderten auf dem Römerberg die von Studierenden zusammengetragenen Universitätsbücher „zersetzenden Charakters“. Vortrag 1 zeichnet am Beispiel der in ihrer Gründungszeit als besonders liberal geltenden Frankfurter Universität derartige Entwicklungen nach und setzt sie ins Verhältnis mit den jeweiligen Gesellschaftsformationen.

Arwin Mahdavi Naraghi forscht zur Geschichte und dem Leben jüdischer Studierender an der Universität Frankfurt und war hochschulpolitischer AStA-Referent. Christian Sperneac-Wolfer ist Mitherausgeber der Diskus – Frankfurter StudentInnen Zeitschrift. Gemeinsam setzen sie sich in der Initiative Studierender am IG Farben Campus mit der Frage auseinander, was Studieren nach Auschwitz generell und konkret in Frankfurt bedeutet.

### Rechtsradikale, sexistische, rassistische, antisemitische, homophobe oder derart diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen werden nicht geduldet. Das Hausrecht findet Anwendung. ###

Teil 2: „Linksgrün versifft“ oder (neu)brauner Tummelplatz? Deutsche Hochschulen seit dem Aufbruch 1968
Di., 16. Mai 2017, 18.30 Uhr, Festsaal, Studierendenhaus Bockenheim

Entgegen sich langsam erschöpfender Klischees sind deutsche Hochschulen auch nach 1968 kein durchweg linkes Terrain. Rechte Umtriebe gab und gibt es nach wie vor an den Universitäten. An den Lehrstühlen lässt sich eine ganze Reihe national-neoliberalen und deutschnationalen Personals ausmachen, ähnlich gesinnte Schützlinge werden protegiert. An bspw. so mancher theologischen Fakultät lehren fundamentalistische, antifeministische und homophobe Dozierende. Rechtskonservative bis extrem rechte Studentenverbindungen sorgen weiterhin dafür, ihrem Klientel Tür und Tor zu öffnen. Auch über diese hinaus gibt es immer wieder Bemühungen, schlagkräftige rechte Organisationen zu etablieren. Derzeit unternimmt die rechtspopulistische AfD den Versuch, nicht zuletzt an den Hochschulen Fuß zu fassen. Diese und weitere rechte Erscheinungsformen sollen im Rahmen des Vortrags 2 näher betrachtet und ihre auch strukturellen Ursachen analysiert werden.

Lucius Teidelbaum ist Historiker und arbeitet als freier Journalist und Publizist zum Thema extreme Rechte und anliegende Grauzonen. Publikationen: U.a. „Braunzone Bundeswehr“ (2012), „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus“ (2013) und „PEGIDA“ (2016).

### Rechtsradikale, sexistische, rassistische, antisemitische, homophobe oder derart diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen werden nicht geduldet. Das Hausrecht findet Anwendung. ###

Vortrag mit Diskussion

Rechtskonservative Bilderwelten – Social Media-Strategien und die Medienkommunikation der Neuen Rechten
Mi., 14. Juni 2017, 18.00 Uhr, Raum 1.G131, PEG-Gebäude im Westend

Hip, sexy, ganz anders als man sich die Rechten sonst vorstellt – wenn deutsche Medien auf die Neue Rechte und vor allem ihre vermeintliche Jugendbewegung, die Identitären treffen, sind sie selten um affirmative Zuschreibungen verlegen. Obwohl sich die vorgeblich neuen Rechten in ihren Inhalten nur wenig von ihren Vorbildern der Konservativen Revolution unterscheiden, kaum als ein Update bezeichnet werden können, haftet ihnen der Ruch des Neuen, Frischen und nicht selten auch des historisch Unbelasteten an. Eine Wahrnehmung, die seitens der Aktivist_innen der Bewegung selbst gefördert wird – durch professionell in Szene gesetzte Aktionen, eigene Medien und geschicktes politisches Marketing in den sozialen Netzwerken.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Medien und Aktionsformen der Neuen Rechten und wie sich diese seit der Jahrtausendwende weiterentwickelt haben.

Danijel Majic studierte an der Universität Frankfurt Jura und Philosophie. Heute ist er Redakteur der Frankfurter Rundschau, zu seinen Schwerpunkten gehört die Neue Rechte. Bundesweit berichtete er als einer der ersten Journalist_innen über das Phänomen der Identitären Bewegung. Im Sommer 2017 erscheint das Buch zur von ihm konzipierten Artikelserie „Die Mythen der Rechten“.

### Rechtsradikale, sexistische, rassistische, antisemitische, homophobe oder derart diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen werden nicht geduldet. Das Hausrecht findet Anwendung. ###

Advertisements